Hreflang & HTML-Lang: internationales SEO

Wenn deine Website Nutzer in mehreren Sprachen oder Regionen bedient, ist internationales SEO entscheidend. Ohne korrekte Sprachdeklarationen könnten Suchmaschinen die falsche Version deiner Seite den falschen Nutzern anzeigen oder dich für Duplicate Content abstrafen. Dieser Leitfaden behandelt die zwei wichtigsten Werkzeuge: das HTML-Lang-Attribut und hreflang-Tags.

1. Das HTML-Lang-Attribut

Das lang-Attribut ist ein simples HTML-Element, das Webbrowsern, Screenreadern und Suchmaschinen die Hauptsprache des Dokuments mitteilt. Es muss im öffnenden <html>-Tag ganz oben in deinem Quellcode platziert werden.

<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
    <!-- Seitenkopf -->
</head>
...

Warum es wichtig ist: Während sich Google beim Ranking multiregionaler Seiten stärker auf hreflang stützt, verlassen sich Bing und andere Suchmaschinen stark auf das HTML-lang-Attribut. Darüber hinaus ist es absolut essenziell für die Barrierefreiheit (WCAG-Konformität), damit Screenreader wissen, welche Ausspracheregeln sie verwenden müssen.

2. Was sind Hreflang-Tags?

Das 2011 von Google eingeführte hreflang-Attribut teilt Suchmaschinen mit, in welcher Beziehung Webseiten in alternativen Sprachen zueinander stehen. Es erlaubt dir zu sagen: "Hey Google, das ist meine englische Seite, aber wenn der Nutzer aus Deutschland sucht, zeig ihm bitte stattdessen diese deutsche URL."

Hreflang löst zwei große Probleme:

  1. Targeting: Es stellt sicher, dass die korrekte sprach- oder regionsspezifische URL in den Suchergebnissen ausgeliefert wird.
  2. Duplicate Content: Wenn du eine englische Seite für die USA (/en-us/) und eine identische englische Seite für Großbritannien (/en-gb/) hast, verhindert hreflang, dass Google sie als konkurrierenden Duplicate Content betrachtet.

3. Hreflang-Syntax & Code-Beispiele

Hreflang-Tags werden typischerweise im <head> deines HTML-Dokuments platziert. Das Attribut verlangt ein bestimmtes Format: einen zweibuchstabigen Sprachcode (ISO 639-1), optional gefolgt von einem zweibuchstabigen Ländercode (ISO 3166-1 Alpha 2).

Beispiel: Eine Website mit einer englischen und einer spanischen Seite.

<head>
    <title>Mein globaler Store</title>
    <link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.example.com/en/page/" />
    <link rel="alternate" hreflang="es" href="https://www.example.com/es/page/" />
</head>

Beispiel (Sprache + Region): Eine Website, die Englischsprachige in den USA gegenüber Englischsprachigen in Großbritannien anspricht.

<head>
    <title>Mein regionaler Store</title>
    <link rel="alternate" hreflang="en-us" href="https://www.example.com/us/page/" />
    <link rel="alternate" hreflang="en-gb" href="https://www.example.com/uk/page/" />
</head>

Wichtige Regel: Der Sprachcode kommt IMMER zuerst. Du kannst eine Sprache ohne Region angeben (z. B. es), aber du kannst nicht eine Region ohne Sprache angeben (z. B. ist mx ungültig, es muss es-mx heißen).

4. Das x-default-Attribut

Was passiert, wenn ein Nutzer aus Frankreich sucht, du aber nur eine englische und eine spanische Version deiner Seite hast? Du verwendest das x-default-Tag. Es teilt Google mit, welche Seite die Standard- Fallback-Seite für nicht zugeordnete Sprachen und Regionen ist.

<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.example.com/en/page/" />

5. Entscheidende Regeln & Best Practices

  1. Bidirektionale Rücklinks: Das ist die goldene Regel von hreflang. Wenn Seite A per hreflang auf Seite B verlinkt, muss Seite B zurück auf Seite A verlinken. Fehlt der Rücklink, ignoriert Google das Tag komplett.
  2. Selbstreferenzierende Tags: Jede Seite muss ein hreflang-Tag enthalten, das auf sich selbst verweist. Wenn deine US-Seite die UK- und AU-Versionen auflistet, muss sie auch die US-Version auflisten.
  3. Absolute URLs: Verwende immer vollständige, absolute URLs (inklusive https://), keine relativen Pfade.
  4. Canonical-Konsistenz: Hreflang-Tags sollten nur auf Canonical-URLs verweisen. Verweise ein hreflang-Tag nicht auf eine Seite, die ein noindex-Tag hat oder auf eine andere URL kanonisiert.

Profi-Tipp: Internationales SEO lässt sich unglaublich leicht vermasseln. Rank-O-Saur scannt deine hreflang-Tags automatisch, prüft auf gültige Länder-/Sprachcodes und verifiziert, dass die Rücklink-Tags über alle Sprachversionen hinweg korrekt implementiert sind.

6. Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

  • Falsche Ländercodes: Der Code für Großbritannien ist gb (Great Britain), nicht uk. en-uk zu verwenden ist ein sehr häufiger Fehler und wird von Google ignoriert.
  • Regionen statt Sprachen verwenden: Der Versuch, Europa mit en-eu anzusprechen. Europa ist kein von ISO 3166-1 Alpha 2 anerkannter Ländercode. Du musst einzelne Länder innerhalb Europas ansprechen.
  • Interpunktionsfehler: Einen Unterstrich (en_US) statt eines Bindestrichs (en-us) zu verwenden. Der Bindestrich ist für die hreflang-Validierung zwingend erforderlich.
Christoph Hein, Head of SEO und Search Consultant
Über den Autor

Christoph Hein

Head of SEO bei der Popken Fashion Group & unabhängiger Search Consultant

Christoph ist seit über 10 Jahren im Search-Bereich tätig und steuert derzeit die organische Strategie für 5 Modemarken in 13 Ländern und über 30 Domains. Neben seiner Inhouse- und Beratungstätigkeit hat er Nischen-Content-Portale wie Angelmagazin.de und BaristaCompass.com gegründet und die Rank-O-Saur-Erweiterung entwickelt, um technische SEO-Audits mühelos zu machen. Jeder Leitfaden hier basiert auf praxisnaher, datengetriebener Arbeit statt auf Theorie.